Der Baum im Wald, kraftvoll verwurzelt, geschmeidig im Wind; Schattenspender und Regendach. Weder Wind noch Wetter und nur sehr viel Zeit bringen den Baum aus seiner Ruhe. Scheinbar zufällig graben sich die Wurzeln in das Erdreich, strecken sich die Äste gegen den Himmel. Zufall kann‘s nicht sein – sein Gleichgewicht wächst mit jedem Tag.
Sein Holz riecht nach nassem Moos. Im Winter. Im Sommer süssbitter nach Harz. Jenes der Fichte stärker als das der Buche. Überhaupt hat jedes Holz seinen ganz eigenen Charakter.

Die Buche steht hart und stoisch im Wind, jugendlichund elastisch tänzelt die Birke. Wohlriechend und freundlich ist die Fichte, schwer dagegen ruht die knorrige Eiche. Wie der Nussbaum edel und stolz oder die Ulme verwurzelt und verwunschen, hat jeder Baum seine individuellen Eigenschaften.
Ich verarbeite nach Möglichkeit Hölzer aus meiner nächsten Umgebung – aus meiner Lebenswelt. Ich kenne das Holz, weiss oft, wo es gestanden hat und wie es gewachsen ist. Ob es Sturmholz oder Rohholz ist – oder ob das Holz aus einer alten Bauerhauswand stammt.

Dieses Wissen, gepaart mit der Lehre der Ergonomie, der Bestimmung seiner Funktion und dem Zimmererhandwerk, ermöglicht es mir, jedem Holz seine vorbestimmte Funktion zu geben.